Neustadt Leckerbissen

Veröffentlicht am | 2. April 2012 | Kein Kommentar

Meine Eltern würden niemals chinesisch essen gehen. Bis heute glauben sie einer angeblichen Zeitungsmeldung, die in den frühen 80er Jahren kursierte und von leeren Hundefutterdosen im Küchenabfall eines China-Restaurants handelt. Ich ging 1982 trotzdem chinesisch essen, was zu dieser Zeit und in meinem Alter (ich war 15) als Gipfel der Exotik galt. Das Restaurant befand sich im Bahnhofsviertel, im ersten Stock eines Hauses, das alleine war schon aufregend. Mein damaliger Freund, ein Vietnamese, bestellte alle Speisen in fließendem chinesisch. Umringt von Dutzenden von kleinen, dampfenden Schälchen lernte ich mit Stäbchen zu essen. Durch die großen Fenster sah man auf die flackernden Neonreklamen des Rotlichtviertels. Selten kam ich mir mondäner vor als an diesem Abend.

Heute gibt es Asia-Bistros an jeder Ecke. Und den meisten begegnet man eher mit Misstrauen. Nie wäre ich auf die Idee gekommen das Schnellrestaurant „China Leckerbissen“ in der Neustadt zu besuchen, wenn es mir nicht eine versierte Neustadt-Bewohnerin empfohlen hätte.

Und sie hat recht. Hier ist alles so, wie es in einem Schnellrestaurant sein muss. Es ist blitzsauber und freundlich eingerichtet. Wenn man die Augen halb schließt, sehen die Kunstledergarnituren sogar wie Designermöbel aus. Das Essen bestellt man an der Theke und bekommt es an den Tisch gebracht. Ich schaue auf die Uhr. Mittagspausenzeit ist sehr kostbar. Nach genau 7 Minuten steht mein Essen auf den Tisch. Gemischtes Gemüse mit Reis, Lychees und Ananas. Das Gemüse ist reichlich und schmeckt frisch und lecker. Die Ananas ist nicht aus der Dose. Man kann sich satt essen. Für den unschlagbaren Preis von 4,90,- Euro!

 

Ich schaue mich im Laden um. Qualität und Preis haben sich anscheinend herum gesprochen. Um 12.15 Uhr ist das kleine Restaurant fast voll besetzt. Gemanagt wird das Ganze von einer jungen Chinesin, die in bewundernswerter Geschwindigkeit Bestellungen aufnimmt, Tische bedient, telefoniert, abräumt, aufwischt und dabei auch noch gut aussieht. Ich stehe auf und mache Platz für andere hungrige Büromenschen. Die Zeiten haben sich geändert.

 

China Leckerbissen

Alte Gasse 4

60313 Frankfurt

Mo-Sa: 11:00 – 22:00

So: geschlossen

Tel. 069 292948

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Süß wie eine Zitrone

Veröffentlicht am | 14. März 2012 | Kein Kommentar

Gestern probierte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine „Limu Shirin“. Von außen sieht sie aus wie eine Zitrone. Sie ist weich und hat eine dünne Schale, deshalb lässt sie sich einfach schälen.

Ich beiße in das Fruchtfleisch und bin überrascht. Die Limu Shirin schmeckt herrlich frisch wie leicht gesüßtes Wasser. Entdeckt habe ich diese kleine Kostbarkeit in einem persischen Spezialitäten-Laden in der Neustadt: Das „Roya“. Der Inhaber Herr Kambiz Assadi erzählt mir, dass Süßzitronen, so der offizielle deutsche Name, im Iran als Durstlöscher beliebt sind und vor allem wegen ihres hohen Vitamin-C Gehalts geschätzt werden. Neben der selten zu bekommenen Limu Shirin (persisch für „Süße Zitrone“) führt das Roya Kräuter, Gewürze, Trocken- und Hülsenfrüchte, Tee, Nüsse und Süßigkeiten.

Wer den unauffälligen Laden in der Stiftstraße betritt, ist sofort umgeben von den herrlichsten orientalischen Gerüchen. Es duftet nach Reis, nach Zimt und Anis, Ingwer und Koriander.

Schon 9 Jahre existiert das Geschäft erfahre ich, die meisten Kunden sind Iraner, aber auch Deutsche, die die persische Küche wegen ihrer milden Würze und den gesunden Zutaten schätzen.

Ich schaue mich um und kann mich nicht satt sehen. An den ungewöhnlichen Verpackungen und den leuchtenden Farben. Reis und Mehl in bunt bemalten Stoffsäcken, knallgelb gefärbte Sonnenblumenkerne, elegante Flaschen mit blutrotem Granatapfelsaft.

Ich bewundere gerade eine reizende Packung auf der sich das naiv illustrierte Bild einer persischen Mutter mit Baby befindet, als eine sehr attraktive Frau auf mich zustürzt: „Mit diesen Keksen sind wir aufgewachsen“ ruft sie lachend. „Ich bin jetzt 46, aber diese Kekse werde ich nicht vergessen, damit sind wir groß geworden.“

Die Kekspackung wandert sofort in meinen Einkaufskorb, die werde ich meinem kleinen Sohn mitbringen. Außerdem erstehe ich noch Maulbeeren, die sich laut Kambiz Assadi auch zum Süßen von Tee eignen und Pistazien. Mit dem leichten Geschmack der Süßzitrone im Gaumen verlasse ich das „Roya“.

Tipp: In Kürze wird es im „Roya“ auch einen frisch zubereiteten Mittagstisch geben.

Roya

Stiftstr. 9-17

60312 Frankfurt

Tel. 069-29 99 29 99

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 9-20 Uhr

 

 

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Eine anständige Frau

Veröffentlicht am | 28. Februar 2012 | 1 Kommentar

Ich treffe Valeska an einem eiskalten Februarmorgen. Sie sitzt auf einer Bank und trinkt einen Milchkaffee. Die Sonne taucht die Neustadt in ein goldfarbenes Licht. Plötzlich kann man sich wieder vorstellen draußen zu sitzen. Doch Frühstück bestellen wir erst einmal lieber in den gemütlichen Räumen der Naschwerkstatt. Bei Brötchen und selbstgemachter Marmelade lerne ich die junge R&B-Sängerin, die sich „Valezka“ nennt,  näher kennen. Endlich treffe ich auf eine waschechte Bewohnerin des Quartiers. Und nicht nur das: Valezka ist auch ein bisschen berühmt. Mit ihrer sanften Soulstimme verhalf sie Kool Savas zu einem seiner größten Hits, gemeinsam mit dem Rapper Eko Fresh brachte sie ein Album heraus. Emanzipiert hat sich die Sängerin mit dem Remake des 80er Jahre Hits von Ina Deter „Neue Männer braucht das Land“. Zahlreiche Gastauftritte und Single-Veröffentlichungen folgten. Ihre Songs schreibt Valezka selbst, zur Zeit sitzt sie mit den Bounce Brothas, einem Offenbacher Musikproduzentenduo im Studio.

Was mich jetzt brennend interessiert: Was verschlägt die gebürtige Frankfurterin, die auch lange in Köln und Berlin gelebt hat, in die Neustadt?

Schön und stark: Valezka

Die Mutter einer dreijährigen Tochter schätzt das ganz besondere Lebensgefühl in diesem Viertel. „Hier treffen völlig unterschiedliche Kulturen und Lebensentwürfe zusammen. Meine Nachbarn sind kubanische und kolumbianische Familien, Studenten-WGs, Alleinerziehende oder einfach Menschen, die sehr lange in diesem Viertel wohnen“ erzählt sie. „Nachts öffnen die Clubs und Kneipen, die Schwulenszene trifft sich hier. Ich mag die Mischung aus underground und Normalität.“

Es ist sehr erfrischend, eine junge Mutter kennen zu lernen, die sich nicht in die Familienkomfortzone des Nordends zurückgezogen hat. Dort lebt es sich, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, ziemlich bequem. Schicke Altbauwohnungen, saubere Spielplätze, behütete Kinder und sehr viel Schaum auf dem Latte Macchiato. Es tut gut, ab und zu diese kuschelige Kleinstadt zu verlassen, um im Neustadt-Quartier auf ein raueres Stück Frankfurt zu treffen. „Es ist eigentlich egal, in welcher Gegend ein Kind aufwächst. Wichtig sind die Werte, die es vermittelt bekommt“ findet Valezka. Ihre Familie war zunächst nicht einverstanden, als sie mit 16 Jahren die Schule verließ, um Sängerin zu werden. „Alle waren der Meinung, ich solle was „anständiges“ machen, mein Abi oder studieren, erzählt sie. „Aber für mich gab es nichts Anständigeres als die Musik“. Weil Valezka gemerkt hat, dass es noch so viel mehr Anständiges gibt, macht sie jetzt doch, nach 14 Jahren Musik-Karierre, ihr Abitur nach. Danach will sie Deutsch und Englisch studieren und Lehrerin werden.

Ich finde es erstaunlich, was die junge Frau, die so ruhig und verletzlich wirkt, alles stemmt: Sie singt, sie schreibt Musik, zieht ein Kind groß, macht Abitur – und vernünftige Pläne. Doch genau diese Gegensätze machen den Reiz für Valezka aus. Für sie schließt sich Künstler sein und ein ganz normaler Beruf als Lehrerin nicht aus. Im Gegenteil. Erst dieser Kontrast macht das Leben für sie interessant. „Auf diese Weise lerne ich die unterschiedlichsten Menschen und Lebensformen kennen“ meint sie. Ich plaudere noch eine ganze Weile mit Valezka und genieße mit ihr den sonnigen Morgen auf der Alten Gasse. Als ich mit dem Fahrrad wieder ins Nordend radele, bin ich mir sicher: von dieser Frau werden wir alle noch hören.

Die Neustadt mit Valezka:

Gefrühstückt haben wir in der NASCHWERKSTATT, Alte Gasse 27.

Für ein schnelles Mittagessen empfiehlt Valezka CHINA LECKERBISSEN, ebenfalls in der Alten Gasse, Hausnummer 4.

Ihr Lieblingsrestaurant ist das Restaurant MOSAIK mit orientalisch inspirierten Leckereien.  Nah an der Neustadt, in der Töngesgasse 7.

Zum Tanzen geht die Soulsängerin am liebsten ins TRAVOLTA, Brönnerstr. 17 und einen ruhigen Sonntag verbringt sie gerne im Café MAINGOLD, ebenfalls in der Nähe der Neustadt, Zeil 1.

Wenn ihr wissen wollt, wann es wieder was von Valezka zu sehen und zu hören gibt, werdet Fan auf facebook:

 http://www.facebook.com/pages/Valezka/111856298868429

L.O.V.E. presents Valezka - Neue Männer braucht das Land

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Neustadtlieblinge

Veröffentlicht am | 15. Februar 2012 | 1 Kommentar

Seit über einem Jahr berichtet dieser Blog über ein ungewöhnliche Quartier parallel zur Zeil: die Neustadt. Ein Viertel, das als solches nicht wahr genommen wird. Es sei denn, man schaut genauer hin. Und entdeckt Cafés, Galerien, Läden, Restaurants und Clubs mit Charme und Charakter. Zeit für eine völlig subjektive Lieblingsliste.

LIEBLINGSWOHNZIMMER // Tia Emma

Weil der Kaffee so gut schmeckt, Wiebke und Rosaria, die hübschen Inhaberinnen so charmant sind und weil sie unzählige quietschbunte und außergewöhnliche Kleinigkeiten aus der ganzen Welt verkaufen. Der kleine Laden in der Alten Gasse gefällt auch Julian Smith und Stephen Galloway, die zu den Stammgästen gehören.

Tia Emma

Alte Gasse 4

60313 Frankfurt

www.tia-emma.de

 

SO WIE ES SEIN SOLL // Eldorado

Das letzte Kino in Frankfurt mit stilechten roten Samtsessel und Balkonplätzen. Der Familienbetrieb in der Schäfergasse hat jeweils nur einen Film im Programm – und der ist meistens hervorragend.

Für alle, denen 200 Menschen im Saal und 50 Gramm Popcorn ausreichen.

Eldorado

Schäfergasse 29

60313 Frankfurt

www.cineplex.de

 

AUSZEIT // Hinterhof

Benutzt man den Durchgang zur Schäfergasse 46, der eigentlich zur Galerie Grässlin führt, gelangt man in die vielleicht schönste Ruhe- und Frischluftzone der Frankfurter Innenstadt. Hier findet man Sonne, Schatten ein wenig Grün und großzügige Sitzgelegenheiten. Und sonst wirklich nichts.

Durchgang zur Schäfergasse 46

60313 Frankfurt

 

KUNSTZEIT // Galerie Grässlin

Jetzt ist der Kopf frei für hochkarätige Kunst. Direkt in dem Hinterhof befindet sich die renommierte Galerie Grässlin. Schon alleine die großen, hellen Räume, mit dem wie frei schwingenden Kubus aus Glas, der von der Decke hängt und als Büro dient, sind sehenswert.

Galerie Grässlin

Schäfergasse 46 B

60313 Frankfurt

Aktuelle Ausstellungen unter www.galerie-graesslin.de

 

NIGHT FEVER // Travolta

Ich hatte einen Traum. Der Türsteher eines der angesagten Clubs der Stadt winkt mich an einer langen Schlange vorbei. Sekunden später befinde ich mich auf einer knallvollen Tanzfläche. Die Musik schießt mir sofort in alle Glieder, als hätte ich einen elektrischen Schlag bekommen. Ich tanze bis in den frühen Morgengrauen. Gut aussehende, junge Männer spendieren mir kühle Drinks und loben meinen Hüftschwung. Durchgeschwitzt, glücklich und müde wanke ich nach Hause.

Und das Schönste: Jeder kann das träumen. Im Travolta.

Travolta

Brönnerstr. 17

60313 Frankfurt

www.club-travolta.de

 

GLÜCKLICHMACHER // Iwase

Das kleine Lokal in Vilbeler Straße hat keinen schicken Namen, keine Designermöbel, keinen Starkoch. Und ist das beste Sushi-Restaurant in Frankfurt. Die Qualität der Sushis und der anderen japanischen Delikatessen ist zum Niederknien. Die Atmosphäre authentisch. Das Personal genau richtig. Die Gäste sind vorwiegend Japaner – Geschäftsleute, Familien, Hipster. Man kann das Iwase hervorragend alleine besuchen, sich an die Bar setzen, ein Lacktablett voller Sushis bestellen – und glücklich sein.

Iwase

Vilbeler Str. 31

60313 Frankfurt

Tel. 069-28 39 92

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Hurra, Schule an! Der 2. Frankfurter Ranzentag

Veröffentlicht am | 28. Januar 2012 | 1 Kommentar

Bis Mitte der 70er Jahre wurde man mit einem Lederranzen eingeschult.

In US-Filmen haben Schüler ihre Schulbücher lässig unter dem Arm geklemmt und die Mädchen pressen diese meistens an die Brust. Tja, amerikanische Schüler brauchen auch keine Schultaschen. Denn sie besitzen durch die Bank weg einen todschicken Spind in der Schule, mit Aufklebern und persönlichen Bildern. Und wie jedermann weiß beginnen an Spinden manchmal sogar Liebesgeschichten.

Aber dafür haben wir in Deutschland die Schulranzen. In allen Formen und Farben. Aus Leder oder Nylon. Mit Reflektoren, Außentaschen und Trinkflaschenhaltern. Sie sehen gut aus. Sie machen Spaß. Und weil heutzutage ein Kind einen Haufen Bücher, Ordner, Mappen und Verpflegung in die Schule und wieder zurück nach Hause schleppen muss, sind die Ranzen auch noch ergonomisch korrekt angefertigt.

Nur welcher Ranzen soll’s denn sein? Diese Frage beantwortet am 4. Februar 2012 so gut es geht der 2. Frankfurter Ranzentag. Der findet von 10:00 bis 18:00 Uhr in der Liebfrauenschule in der Frankfurter Innenstadt statt und wird von Leder-Stoll veranstaltet

Eine riesige Auswahl der aktuellsten Motive und Muster werden gezeigt. Zusätzlich sind geschulte Ranzenberater und ausgebildete Physiotherapeuten vor Ort, die Tipps zur richtigen Ranzenwahl geben. Ist die richtige Wahl getroffen, kann man den Ranzen gleich mitnehmen. Bar- und Kartenzahlung ist möglich.

Weitere Informationen über die Einschulung und das Thema Ranzen runden den Tag ab:

- Kostenloser Sehtest für Einschüler durch das Team der Stickler Optik

- Informationen zur Familienkarte-Hessen

- Eine Vertreterin Praxis Inka Holtz, Praxis für Kinder-Krankengymnastik, Kinder-Physiotherapie und Osteopathie steht zu Fragen zum Rücken des Kindes und der Paßform der Ranzen zur Verfügung.

- Die Arbeiterwohlfahrt informiert über ihr Frankfurter Ranzenprojekt

- FRANKFURT & RHEIN-MAIN MIT KINDERN ist das ultimative Nachschlagewerk für Familien mit den besten Beratungs- und Betreuungsangeboten, hilfreichen Einkaufs- und Erziehungstipps sowie den schönsten Anregungen zur Freizeitgestaltung für Groß und Klein.

Die ersten hundert Ranzenkunden am Ranzentag erhalten das Heft kostenlos dazu. Nur am Ranzentag!

Die AWO-Frankfurt sorgt sich um das leibliche Wohl der Besucher. Der Erlös aus diesem Engagement geht zu Gunsten der Aktion “Mein erster Schulranzen” der Arbeiterwohlfahrt-Frankfurt.

Neben Informationen gibt es natürlich auch viel Unterhaltung: Kinderschminken und Glücksrad. Es spricht also alles für einen informativen und netten Familientag in der Frankfurter Innenstadt. Unbedingt hingehen!

Wo: Liebfrauenschule, Schäfergasse 23, 60313 Frankfurt

Wann: Samstag, 04.02.2012, 10:00 bis 18:00 Uhr

Veranstalter: Leder-Stoll OHG, Schäfergasse 50, 60313 Frankfurt

S- und U-Bahnen: Haltestelle Konstablerwache (nur 2 Minuten, über Gr. Friedberger)

Parken: Parkhaus Konrad-Adenauer-Strasse

www. ranzentag.de

 

 

 

 

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Eine Perle der Neustadt

Veröffentlicht am | 16. Januar 2012 | Kein Kommentar

Es gibt sie noch, die guten Perlen, die man von Hand auffädelt. Das kleine Juwel mit dem etwas prosaischen Namen „Perlenmarkt“ versteckt sich oberhalb der Alten Gasse in der Neustadt. Regenbogenfarbig angeordnet empfangen den Besucher dort Abertausende von Perlen. In jedem der unzähligen Kästchen, findet eine Perlensorte Platz. Von bunten Glassteinen, die Kindheitserinnerungen wach werden lassen, bis zu Perlen aus feinstem Edelmetall. Ich brauche die französische Geschäftsführerin des Perlenmarkts, Isabelle Danjot, gar nicht zu fragen, was so viele Frauen antreibt, hier im Laden stundenlang nach bunten Kugeln zu stöbern, um sie dann in mühevoller Kleinarbeit zu tragbarem Schmuck zu verarbeiten. Ich beobachte hübsche Studentinnen, neugierige Schülerinnen, Mütter und Töchter, ganz normale Frauen, die mit glänzenden Augen und behutsamen Handgriffen ihr ganz persönliches Perlenglück auf kleinen Tabletts zusammenstellen.

Einige scheinen schon genau zu wissen, was sie damit anfangen werden und verlassen beschwingt den Laden. Andere lassen sich von der ehemaligen Lehrerin Danjot, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hat, Tipps zur Gestaltung geben – oder geben ihre Auswahl gleich bei der Schmuckdesignerin in Auftrag, die dann Draht und Perlen zu einem einzigartigen Ensemble zusammenführt. 95% der Kunden, bzw. Kundinnen sind Frauen und die meisten kommen immer wieder in den Perlenladen, um sich hier eine ganz besondere Kette oder besondere Ohrringe – Unikate –  zu kreieren.

Besonders wichtig in einer Zeit, in der man fast an jeder Ecke industriell hergestellten Schmuck für wenig Geld bekommt oder bekannte und ziemlich dominante Strassobjekte, die schon fast jeden denkbaren Gegenstand mit ihrem Glitzer überziehen. Sogar ich, absolut schmucklos aus Überzeugung, erwische mich dabei, wie ich das Kästchen mit türkisblauen Steinen in Augenschein nehme und mir vorstelle, wie sie an heißen Tagen kühl auf meiner Haut liegen. Als ich mich von Isabelle Danjot verabschiede, erfahre ich noch, wie sehr sie das nachbarschaftliche Verhältnis in der Neustadt mag: „Hier kennt jeder jeden. Wir bekommen sehr viel voneinander mit”. Ihren Mittagstisch nimmt sie meistens gegenüber in der Naschwerkstatt ein, um danach die Welt wieder etwas bunter und individueller zu gestalten.

Perlenmarkt

Alte Gasse 14-16

60313 Frankfurt

Tel. 069-293391

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Endlich Winter! (Man kann wieder mehr anziehen!)

Veröffentlicht am | 30. Oktober 2011 | 1 Kommentar

Vielleicht hat es jemand gemerkt. Hier wurde länger nichts geschrieben. Ich schreibe nämlich nicht nur diesen Blog, stehe in Lohn und Brot bei einer Werbeagentur, sondern organisiere auch das Stilblüten Festival für Mode und Design. Und das findet (Achtung, Eigenwerbung!) vom 9. bis zum 11.12. 2011statt, also schon in 6 Wochen!  Ich kann im Moment also nicht, wie immer, durch die Neustadt schlendern und nach großen und kleinen Begebenheiten Ausschau halten.  Doch für einen kurzen Abstecher zu goyagoya in die Stiftstr. 32 hat es am Samstag dennoch gereicht. So geht es diesmal darum, wie man diesen Winter kuschelig warm und dennoch sehr gut gekleidet übersteht.

Bei goyagoya in der Neustadt findet man im Moment wunderschön gestrickte Mützen aus Kaschmirwolle. Zum Beispiel diese hier in dezentem Pink:

Auch sehr schön und mit Bommel absolut en vogue:

Und seine Hände verpackt man sehr stilvoll mit diesen Exemplaren:

Wem es nicht warm und schick genug sein kann, wird mit diesen Armstulpen glücklich:

Und hier mein persönlicher Winter-Favorit. Wärmt nicht unbedingt, lässt einen aber ganz warm und fröhlich ums Herz werden:

Und bald gibt’s wieder Neues und Interessantes aus der Neustadt, versprochen!

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Nasch mich

Veröffentlicht am | 11. September 2011 | 3 Kommentare

Katharina Bäckers Kuchen im Glas sind einfach genial. Ich habe diese kleinen Köstlichkeiten schon um die halbe Welt geschickt. Nach London, Kapstadt, Caracas und nach Athen. Überall dorthin, wo meine deutsch-griechisch-venezolanische Familie sich verstreut hat und wo deutsches Gebäck noch ganz großes Heimweh auslöst. Vor allem wenn es so gut und selbstgemacht schmeckt. Außerdem kann man sich mit diesen praktischen Küchlein bedanken (dann heißen sie Dankeschön Kuchen), zum Geburtstag gratulieren (Geburtstagskuchen), nicht zum Geburtstag gratulieren (Nicht Geburtstagskuchen) und so weiter. Auch gut: man blamiert sich beim verschenken nicht. Denn die Kuchen wirken immer so, als hätte man selber ein bisschen mitgebacken.

Jetzt aber kommt die beste Nachricht. Die Kuchen und viele andere Leckereien der Naschwerkstatt gibt es jetzt im eigenen Laden in der Alten Gasse 27. Hier steht die gelernte Köchin nun täglich in der Ladenküche und bereitet Kuchen, Marmeladen, Pestos und Chutneys zu, die man im Verkaufsraum direkt erwerben kann.

Was in der Neustadt stets gefehlt hat, nämlich leckere und gesunde Snacks als Abwechslung zu den zugegebenermaßen fantastischen Döner im Quartier, gibt  es im Naschwerkstatt-Laden täglich frisch zubereitet: Feine Suppen, Lasagnen und Tartes aus Biogemüse und frische Salate.

Die Naschwerkstatt ist nun das zweite Highlight in der Alten Gasse, neben dem Tia Emma. Geplant war das nicht, erfahre ich auf meine Nachfrage hin. Durch Zufall fand Katharina das Ladengeschäft in meiner Lieblingsgasse und ist sehr glücklich über die Lage: „Ich hätte nie gedacht, dass hier so viele nette und auch ältere Menschen wohnen. Die kommen rein und erzählen mir, wie toll sie den Laden finden.“

Ich bin auch froh über die Neueröffnung. Denn sie bestätigt, was ich schon lange weiß: das die Neustadt voller Schätze steckt. Und man muss immer weniger danach suchen.

 

Naschwerkstatt – der Laden

Alte Gasse 27, 60313 Frankfurt

Öffnungszeiten:

MO-FR 9.30 – 18 Uhr, SA 10-16 Uhr

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Die Neustadt lebt!

Veröffentlicht am | 23. August 2011 | 2 Kommentare

Über 1 Jahr lang stellte Immobilienentwickler Ardi Goldmann die ehemalige Diamantenbörse in der Stephanstr. 1-3 zur Zwischennutzung frei. Die HfG Offenbach richtete sich Ateliers ein, es gab Kunst- und Designausstellungen, ein Modefestival, Theaterprojekte, temporären Einzelhandel – das geplante Bauprojekt namens MA* (japanisch für Raum, Zwischenraum, Platz, Zustand) machte seinem Namen schon vor Baubeginn alle Ehre. Geplant war eigentlich die komplette Entkernung des Gebäudes und der Bau hochwertiger Wohnungen. Die Behörden stellten sich quer, jetzt bleibt es ein Wohn- und Geschäftshaus. Noch mehr Büros für Frankfurt? Ja, aber ganz anders, sagt Bauherr Ardi Goldman. Denn erstens wird das MA* unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Bauweise errichtet. Zweitens wird es kein graues Bürohaus, sondern spannende Architektur. Und drittens werden in den ca. 50 Loftbüros Agenturen, Architekten, Fotografen, Künstler und Kulturschaffende eine inspirierende Gemeinschaft bilden. Das Erdgeschoss und die erste Etage sind für den Einzelhandel reserviert. Geschäfte, die man aus Style-Metropolen wie London, New York oder Berlin kennt und in Frankfurt bisher vermisst werden, sollen – als Gegenentwurf zur Zeil – dem Quartier mehr Anziehungskraft verleihen.

“Wir wollen noch diesen Sommer damit beginnen, mit dem MA* die Frankfurter Neustadt zu beleben. Das MA* wird die Anlaufstelle für Fashion- und Designliebhaber und zum Mittelpunkt des innerstädtischen Quartiers Neustadt Frankfurt werden“ so Bauherr Ardi Goldman. Und warum gerade hier? „Die Lage ist einzigartig und sehr attraktiv, weiß Ardi Goldman. „Umgeben von Cafés, Restaurants, Galerien und historischen Bauten wie der Peterskirche findet man hier alles, was das Herz begehrt”. Ist dieser Blog nicht schon lange Beweis dafür?

Und soll soll’s aussehen:

Wo? MA*, Stephanstr. 1-3, 60313 Frankfurt

Wann? Das MA* wird voraussichtlich ab Frühjahr 2013 bezugsfähig sein.

Was noch? Mit der Initiative “MA* teilt” unterstützt die Mietergemeinschaft darüber hinaus gemeinnützige Projekte in Frankfurt.

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Die besten Bürsten der Stadt

Veröffentlicht am | 6. August 2011 | 1 Kommentar

Früher waren solide Bürsten und Besen aus einem ordentlichen Haushalt nicht wegzudenken. Man hatte Nagelbürsten, Bodenbürsten, Rückenbürsten, Kartoffelbürsten und noch einige mehr. Heute gibt es den Wischmob, der fast von selbst sauber macht und kaum jemand noch wird so dreckig, dass er Hände und Rücken schrubben muss.

Doch schon meine Großmutter sagte, es gibt für alles eine Bürste. Ob es auch Bürsten gegen die schwarzen Fingernägel meines kleinen Sohnes, gegen verstopfte Computertastaturen und frisch ausgegrabene Biokartoffeln gibt?

„Was haben Sie denn so für Bürsten?“ frage ich Herrn Wendt, den Inhaber des Frankfurter Bürstenhauses, das seit fast 80 Jahren in Frankfurt residiert, seit März 2011 ganz neu in der Töngesgasse. Herr Wendt lacht und erzählt mir, dass sein Lieferant 85.000 Bürstenarten in seinem Sortiment führt. Und tatsächlich, ich entdecke in dem Traditionshaus, das schon über 70 Jahre handgemachte Bürsten sowie Reinigungs-Utensilien in bester Qualität verkauft, Hutbürsten, Gesichtsbürsten, Mehlbesen, Friseurbürsten, Tastaturbürsten, Fugenbürsten, Schrankbesen aus Ziegenhaar, Gemüsebürsten, Tischbesen, Staubpinsel, Flaschenbürsten, Grillbürsten, Bierleitungsbürsten, Bürstenreinigungsbürsten, Fahrradbürsten, Straußwedel … es scheint für jede Art von Staub und Schmutz eine spezielle Bürste zu geben.

„Braucht man das wirklich?“ frage ich ganz naiv nach. „Mehr denn je“ meint Bürstenexperte Wendt. „Denn Staub ist heutzutage nicht mehr Staub. Sondern durch den starken Autoverkehr versetzt mit Fetten und Ölen. Und diese Schicht legt sich ununterbrochen auf Haare, Kleidung, Möbel, Gegenstände, einfach auf alles.“

Schwer beeindruckt erstehe ich eine handgeknüpfte Nagelbürste mit langen Schweinborsten, eine handliche Gemüsebürste und eine Haarbürste mit Wildschweinborsten nebst einem Bürsten- und Kammreiniger. Alles äußerst langlebig, um genau zu sein, unverwüstlich wie mir Herr Wendt versichert.

In der Gewissheit den Grundstein für einen soliden Haushalt und gewissenhafte Körperpflege gelegt zu haben, verlasse ich das Frankfurter Bürstenhaus. Nur eine Frage brennt mir noch unter den bald blitzsauberen Nägeln, während ich durch die Neustadt nach Hause radele: Wie reinigt man die Bürstenreinigungsbürsten?

Das Bürstenhaus Frankfurt fand man jahrzehntelang in der Stiftsstr., also in der Neustadt. Nun kauft man seine Bürsten ein paar Straßen weiter ein, in der Töngesgasse, ganz in der Nähe der Kleinmarkthalle:

 

Bürstenhaus Frankfurt

Töngesgasse 27

60311 Frankfurt

 

 

 

 

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